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Die Zukunftsfähigkeit unserer Schüler fängt natürlich in den Schulen an - ein mahnender Nachtrag zum Diskussionsabend

Ich bewerbe mich als Bürgermeister-Kandidat auch - es ist ja das Anliegen eines jeden Kandidaten - , weil mir die Zukunftsfähigkeit der Arnsberger Schüler am Herzen liegt und weil ich die öffentliche Debatte in wichtigen Punkten belebt sehen möchte, unabhängig ob es zu meiner Wahl kommt oder nicht.

Die gestrige Diskussionsrunde hat mir aufgezeigt, dass die Kernanforderungen, die das digitale Zeitalter global an die Bildung stellt, nicht verstanden worden sind.

Wer glaubt, mit der Vergabe ein paar Tablet-PCs oder mit der Schulung auf fünf Software-Programme würden Kinder zukunftsfähig gemacht werden, der irrt gewaltig.

Wenn ich Verständnislosigkeit ernte, weil ich darauf hinweise, dass Kinder in der Schule das Programmieren von EDV und Geräten erlernen müssen, und nicht einmal das digitale Forum selber zu verstehen gibt, dass Programmierung oder besser, dass das Erlernen des Denkens, das hinter einer Programmierung steht, zu den zukunftsnotwendigen Grundfertigkeiten gehört, dann ist mein mahnender Nachtrag mehr als angezeigt; zumal im letzten Jahr die Eltern- und Schülerschaft  ein freiwilliges Bildungsangebot eines Arnsberger Gymnasiums, die Kinder einer fünften Klasse auf Computer zu schulen,  ausgeschlagen hatten.

Ich möchte einmal kurz zitieren, was schon die Erkenntnisse des Forschungszentrums der Agentur für Arbeit unter Leitung von Enzo Weber in Bezug auf die Industrie 4.0 im Jahre 2016 waren:

„Maschinen, die Fertigungsprozesse koordinieren, Roboter, die den Materialnachschub organisieren – künftig wird kaum noch ein Industriearbeiter ohne Programmierkenntnisse auskommen. Höchste Zeit, dass sich Schulen darauf einstellen, mahnen Forscher. [...| Andere Länder seien in diesem Punkt weiter, berichtet der Wissenschaftler unter Berufung auf eine EU-weite Vergleichsstudie des IAB. So gebe es in Finnland seit diesem Herbst in allen Schulen Programmierunterricht, um junge Menschen auf die Herausforderungen der Wirtschaft 4.0 vorzubereiten. Zur Fortbildung von Lehrkräften stelle die Regierung 50 Millionen Euro bereit. In Frankreich gehöre das Erlernen einer einfachen Programmiersprache sogar zum Lehrstoff in Grundschulen.[Nach Webers Analyse ist die EU für die sich abzeichnende Digitalisierung der Produktion mit sich selbst steuernden Robotern und Maschinen dennoch unzureichend vorbereitet. "Der Tenor in den meisten Ländern lautet: Es gibt noch viel zu tun", bilanziert er in der Studie. "Es wird zwar in den Ländern viel diskutiert, das meiste ist aber noch nicht umgesetzt." Das gelte auch für die fortgeschrittenen EU-Länder. “ ( heise.de, 25.11.2016 unter „news“)

Die Arnsberger Kommune kann keine Lehrpläne stricken, das ist Landeskompetenz, aber erstens besteht offensichtlich Handlungsbedarf, die Bevölkerung über die Notwendigkeit von früher Bildung im Bereich IT und Technik zu informieren. Das Ausschlagen eines freiwilligen Schulungsangeboten in dem Bereich, das darf in der heutigen Zeit einfach nicht passieren. Zweitens, Arnsberg hat viel Industrie und viele Arbeitsplätze in der Industrie zu vergeben. Es ist sinnvoll, die Schulen auch materiell zu unterstützen, ggf. mit Hilfe der örtlichen Wirtschaft, dass sie Kurse in Programmierung, 3D-Technologien und Robotics anbieten können. Und selbstverständlich ist es notwendig, dass solche Angebote durch Eltern- und Schülerschatt auch angenommen werden. Im übrigen ist es völlig weltfremd zu glauben, dass die Wirtschaftsförderer der Ruhrgebietsstädte uns Fachkräfte schicken würden; zumal ich es für richtiger halte, eigene auszubilden und in dem Zusammenhang viel davon halte, unsere Schüler von Anfang an zukunftsorientiert aufzustellen.

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